von Julian Böer 24. Februar 2020

Die Hanfpflanze ist eine der ältesten Pflanzen auf der Erde. Schon vor Jahrhunderten fand sie ihren Verwendung und war überlebenswichtig für die Menschheit. Heute sieht das ganz anders aus. Doch was ist Nutzhanf überhaupt?


Inhaltsverzeichnis:

  1. Die Geschichte der Hanfpflanze
  2. Was ist Nutzhanf?
  3. Der Unterschied zwischen Nutzhanf und Marihuanna
  4. Wie wird Industriehanf angebaut?
  5. Welche Sorten gibt es?
  6. Wofür wird Nutzhanf verwendet?
  7. Wirkt Faserhanf berauschend?
  8. Häufig gestellte Fragen zu Nutzhanf

Die Geschichte der Hanfpflanze

Hanf ist bereits seit mehreren Jahrtausenden eine der wichtigsten Kulturpflanzen. Das liegt nich zuletzt an seinen vielfältigen Einsatzwecken. Seit über 6 Jahrtausenden verrichtet die Pflanze ihren Dienst in der Medizin, als Faserstoff und sogar als Nahrungsmittel.

Früher war es sogar Pflicht der Bauern, Hanf anzubauen! Die Pflanze war so wichtig für die Menschen, dass sie eben von allen angebaut wurde. 

Also wie kam es dazu, dass Hanf weniger genutzt wurde?

Ungefähr im 18. Jahrhundert fing es an. Es wurde zunehmend weniger Hanf genutzt, da man im Laufe der Jahre in allen Bereichen einen Ersatz fand. Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurde Hanf leider fast bedeutungslos.

Erst jetzt - Anfang des 21. Jahrhunderts steigt das Interesse an der Verwendung von Hanf aufgrund der vielen Vorteile wieder an.

Der Rückgang hat viele verschiedene Ursachen. Die Mechanisierung bzw. Industrialisierung der Baumwollspinnerei hat die Nutzung von Baumwolle als wichtigste Faser stark vorangebracht und Hanf somit unwirtschaftlicher für viele Einsatzzwecke gemacht. Gleichzeitig ist die Fahrt mit Segelschiffen auch stark abgefallen und zunehmend mehr motorisierte Schiffe wurden genutzt, somit hat man auch dort weniger Hanf für Segel etc. benötigt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dann die Herstellung von Zellstoffen wie Papier aus Holz erfunden, somit verlor auch dort Hanf seine Verwendung.

Der "Gnadenstoß" für den Industriehanf war dann aber die Verwendung von verschiedenen Importfasern wie z.B. Jute oder Sisal aus dem russischen Raum und die synthetischen Fasern im 20. Jahrhundert. Somit war Hanf quasi völlig ersetzt worden.

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Der rechtliche Status von Hanf

1972 wurde Hanf als Betäubungsmittel eingestuft. Das heißt der Nutzen der Hanfpflanze wurde völlig außer acht gelassen und man stellte ihn nur als Droge dar. Man muss dazu sagen, dass man in diesem Zeitraum zunehmend gefallen daran fand, die Pflanze als Droge zu missbrauchen.

Inzwischen wird Hanf immer weniger als Droge gesehen und einige Länder in der EU haben Cannabis entkriminalisiert. Außerdem ist es in Deutschland schon für einige Bauern legal, EU Nutzhanf anzubauen.

Was ist Nutzhanf?

Die Frage lässt sich relativ einfach und simpel beantworten. Nutzhanf, Industriehanf oder Faserhanf genannt bezeichnet bestimmte Sorten, die einen geringen THC Anteil aufweisen. Sie dürfen von zugelassenen Landwirten in Deutschland angebaut werden. Natürlich stehen sie unter ständiger Kontrolle und müssen regelmäßig Proben abgeben.

Die Bauern müssen sich an den EU Sortenkatalog halten. In diesem Katalog stehen alle legalen Nutzhanf Sorten, die angebaut werden dürfen. Sobald eine Sorte den THC Wert überschreitet, wird sie verboten.

Die Besonderheit an Faserhanf ist die vielseitige Verwendung. Es ist die stärkste Naturfaser, die es gibt. Außerdem kann jeder einzelne Bestandteil der Pflanze verwertet werden. 

Der Unterschied zwischen Nutzhanf und Marihuana

Viele von euch bezeichnen Hanf und Marihuana als ein und die selbe Pflanze. Das ist so aber nicht richtig! Es gibt wesentliche Unterschiede, die ich dir jetzt erklären möchte.

Die beiden Pflanzenarten unterscheiden sich kaum im Aussehen und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Allerdings produziert Nutzhanf weniger Laubund ist dünner gebaut. Der größte Unterschied liegt darin, dass Marihuana einen wesentlich höheren THC Wert hat. Nutzhanf muss einen THC Wert von 0,2 oder weniger haben

Somit ist eine berauschende Wirkung ausgeschlossen. Das erklärt auch, warum Faserhanf legal angebaut werden darf (von zertifizierten Bauern).

Der Unterschied zwischen Nutzhanf und Marihuana

Wie wird Industriehanf angebaut?

Wie du oben schon erfahren hast, darf Nutzhanf nur von zugelassenen Landwirten angebaut werden. Diese müssen einer Reihe von Vorgaben beachten!

Die Bauern müssen beachten:

  • THC - Wert <0,2%
  • Nur Samen der 49 zugelassenen Sorten verwenden
  • Ständige Kontrolle
  • Gewonnenes Saatgut darf nicht ausgestreut werden

Wie du siehst ist es gar nicht so einfach alle Punkte zu erfüllen und man kann schnell rechtliche Probleme bekommen. Aus diesem Grund kaufen einige Hersteller von CBD Produkten Rohstoffe aus EU Ländern zu. Dort ist der Anbau leichter und wird nicht so streng kontrolliert.

Welche Sorten gibt es?

In dem EU Sortenkatalog sind im Moment 49 Sorten zugelassen. Diese Sorten haben alle weniger als 0,2% THC und sind somit legal für zertifizierte Bauern. Ich möchte dir einige Sorten auflisten.

Beispiele für zugelassene Sorten:

  • Armanca
  • Beniko
  • Cannakomp
  • Delta-405
  • Fedora 17
  • Ivory
  • Lovrin 110
  • Villanova
  • Wojko
  • Zenit

Es gibt weit aus mehr, aber alle aufzulisten ist an dieser Stelle nicht so wichtig. Falls du alle Sorten einsehen willst, musst du nur auf Wikipedia Nutzhanf suchen.

Fakt: Einige Bauern spezialisieren sich auf Hanfanbau, da die Felder gesünder werden und nicht gedüngt werden müssen. 

Wofür wird Nutzhanf verwendet?

Kaum einer weiß es, aber das erste Papier wurde aus Hanf hergestellt. Etwa im Jahre 100 v. Chr. ist genau das in China passiert. Allerdings wird die Pflanze nicht erst seit diesem Jahr genutzt. Bereits 2.800 v. Chr. hat das Land schon Seile aus den Fasern gedreht und genutzt. 

Einige Hinweise deuten sogar darauf hin, dass es in diesem Jahrhundert schon Kleidung aus Hanffasern gegeben hat. Das älteste noch erhaltene Hanftextil wird auf ca. 1000 vor Christus geschätzt.

Die absolute Blütezeit der Hanfnutzung war ungefähr im 17. Jahrhundert. In dieser Zeit war die Schifffahrt mit Segelschiffen auf seinem Hochpunkt. Fast alles Textilien die benötigt wurden wurden zu dieser Zeit aus Hanf hergestellt. Egal ob die Segel, Seile, Netze, Flaggen und sogar die Kleidung der Seeleute wurde aus Hanf hergestellt. Die Faserpflanze wurde aufgrund seiner Reißfestigkeit und dem Schutz gegen Nässe sehr geschätzt.

Wofür wird Hanf heute verwendet?

Inzwischen fahren die Bote ohne Segel und Kleidung wird aus Baumwolle und Polyester hergestellt. Also besteht natürlich die Frage, wofür man Industriehanf heute verwendet.

Verwendung von Nutzhanf:

  • Lebensmittel
  • CBD Produkte
  • Kleidung (der Trend kehrt zurück)
  • Natürlicher Kunststoff
  • Treibstoffe (Kann Erdöl ersetzen)
  • Papier
  • Körperpflege
  • Proteinprodukte
  • Tierfutter und Streu
  • Baustoffe für Häuser

Wie du siehst haben sich die Einsatzgebiete sogar noch ausgeweitet. Die Pflanze ist einfach so vielseitig, dass sie für fast alles verwendet werden kann. Der Trend geht immer mehr Richtung Natürlichkeit.

Einsatzgebiete von Nutzhanf

Wirkt Faserhanf berauschend?

Diese Frage kannst du dir jetzt selbst beantworten. Nutzhanf wirkt nicht berauschend, da der THC-Wert unter 0,2% liegt. Man müsste utopische Menschen rauchen, um "high" zu werden. 

Tatsächlich denkt die Regierung, dass es einige Menschen soweit bringen könnten. Dadurch entstehen viele Polizeieinsätze, die kleine CBD Ladenbesitzer in den Dreck ziehen.

Faserhanf beinhaltet hauptsächlich CBD, woraus einige Produkte auf dem Markt hergestellt werden. Dieses Cannabinoid wirkt nicht berauschend und hat keine psychoaktive Wirkung. Daher ist es auch nicht verboten.

Häufig gestellte Fragen zu Nutzhanf

Zu guter letzt möchte ich noch auf häufig gestellte Fragen eingehen. Falls du trotzdem noch eine Frage haben solltest, kannst du dich gerne per Mail oder über den Livechat bei uns melden. Wir helfen dir gerne weiter.

Darf ich Nutzhanf anbauen?

Nein, du darfst keinen Nutzhanf anbauen. Auch wenn der THC Gehalt weniger als 0,2% entspricht, ist es dir nicht gestattet. Nur zertifizierte Landwirte dürfen Industriehanf anbauen und ernten.

Ist in Nutzhanf CBD?

Ja, in Nutzhanf ist sogar sehr reichlich CBD enthalten. Die Pflanze ist darauf abgestimmt, wenig THC und viel Cannabidiol zu produzieren. Wie du sicher schon gelesen hast, werden alle CBD Produkte aus Nutzhanf gewonnen.

Kann man Nutzhanf rauchen?

Theoretisch kannst du Nutzhanf rauchen. Allerdings würde ich da eher zur Blüte des Nutzhanfes greifen, da die Blätter und der Stil kaum CBD enthalten. Es gibt einige Hersteller, die CBD Blüten anbieten. Die rechtliche Lage ist hier nur ziemlich unsicher und ich würde die Finger davon lassen.

Für was ist Hanföl gut?

Reines Hanföl ohne CBD kann super zum Kochen verwendet werden. Es enthält wichtige Fettsäuren, wie Omega 3 & 6. Als Salatdressing kann es auch super schmecken.

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Julian Böer
Julian Böer

Ich bin Julian und ich bin einer von den drei Geschäftsführern von InstaHaze. Ich schreibe leidenschaftlich Blogs, solange es um interessante Themen geht!:) Bei InstaHaze bin ich für den B2B Vertrieb und Online Marketing verantwortlich.


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